Musikunterricht ist mehr


Aber Musikunterricht ist nur in erster Linie Hinführung zur musikalischen Kunst. Musikunterricht ist mehr. Aus dem druckfrischen Januar-Heft 2006 der Zeitschrift "Wissen" (Süddeutsche Zeitung), Seiten 58/59.

"Neueste Studien am Leipziger Max-Plack-Institut belegen..., dass aktives Musizieren, also die Annäherung an die menschliche Ursprache, auch die Kompetenz im Umgang mit der heutigen Muttersprache steigert.

So untersuchte der Doktorand Sebastian Jentschke 24 Kinder von zehn und elf Jahren: eine Gruppe junger Musiker, deren Großteil im Leipziger Thomanerchor singt, und eine Gruppe junger Nichtmusiker. Obwohl alle Kinder aus demselben sozialen Milieu und von Eltern mit ähnlichem Bildungsstand stammen, registrierte das EEG bei den jungen Musikern stärkere Hirnreaktionen auf sprachliche Syntaxverletzungen als in der Kontrollgruppe. Zudem zeigten die jungen Musiker durchschnittlich einen höheren Intelligenzquotienten. Hinweise darauf, wie wichtig musikalische Erziehung im Schulalter sei, hatten zwar schon mehrere Studien geliefert. Die Leipziger Untersuchung gilt jedoch als erste, die neurophysiologisch belebt, was bisher lediglich zu beobachten, war: dass Musik Kinder offenbar klüger macht und auch ihre sozialen Fähigkeiten positiv beeinflusst - für Koelsch "eine nahe liegende Folge" größerer Sprachkompetenz. Darauf deuteten in Jentschkes Tests zwar nur unwillkürliche Hirnreaktion hin. Doch decken sich die Befunde mit Beobachtungen, wie sie etwa die Psychologin Maria Spychiger von der Universität Fribourg angestellt hat: von einem deutlich verbesserten Sozialverhalten der Kinder aus 50 Schulklassen, die im Zuge einer Schweizer Studie zwischen 1989 und 1992 zusätzlich Musikstunden genossen hatten, berichten sie. Der Grund sei wohl, dass die Kinder beim gemeinsamen Musizieren geübt hätten, aufeinander zu achten, sagt Spychiger.

Macht Musik also bessere Menschen? Zumindest bessere Hirne. In den 70er-Jahren hatte erstmal der Wiener Neurophysiologe Hellmuth Petsche gezeigt, dass an der Verarbeitung von Musik im Gehirn nahezu der gesamte Kortex beteiligt ist. Und der Harvard-Neurologe Gottfried Schlaug wies Mitte der 90er Jahre nach, dass der die linke und rechte Hemisphäre verbindende Balken in Musiker-Hirnen stärker entwickelt ist als bei Nichtmusikern. Diese Struktur erleichtert es dem asymmetrischen Zentralorgan, mehrer übers Hirn verteilte Aufgaben zu verbinden, also in Kontext zu handeln - ob nur sozialer oder technischer Natur. Dass sie sich bildet, ist eine fast automatische Folge des Musizierens. So müssen sich beim Instrumentenspiel beide Hände über die Hirnbrücke hinweg koordinieren. Und auch die weiteren simultanen Aktivitäten etwa des Hörzentrums lassen beim Musiker durch Übung einen Regelkreis entstehen, der nahezu das gesamte Gehirn beansprucht. Die beteiligten Neuronen bilden "Ensembles", wie Niels Birbaumer an der Universität Tübingen in Hirn-Scans beobachtet hat: Verknüpfungen, die auf der Weise nicht zustanden kommen.

Womöglich darum hat sich Musik längst als Therapeutikum bewährt. Patienten mit geschädigten Hirnarealen, die die Sprache verloren haben, finden durch die "Intonationstherapie" oft wieder Möglichkeiten zur Kommunikation. Sie versuchen, ihre Wünsche zu singen, was leichter gelingt, weil diese Ausdrucksform einer größeren Zahl von Hirnarealen bedient also die Sprache. Musik verhilft autistischen Kindern zur Kontaktaufnahme mit der Umwelt. Und der Leipziger Doktorand Jentschke hofft, dass seine Ergebnisse einmal bei der Behandlung sprachentwicklungsgestörter Kinder helfen.



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